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Überlegungen zur Übersetzungstätigkeit


Bildquelle: www.shutterstock.com


Es ist in die Fragen nach Übersetzungsintentionen- und methoden u.a. vielerlei eingegangen worden. Grundsätzlich wird durch die Übersetzung von einer in eine andere Sprache ein gegenseitiges Verständnis in einer multilingualen, multikulturellen Welt erreicht. Kürzlich ist mir das Folgende im Internet zum Thema Übersetzung aufgefallen:
 „Bei der Übersetzung wird alles so transformiert, daß sich nichts verändert. Eine andere Sprache ist eine andere Sicht auf das Leben.“
Es werden je nach dem Bedarf außer den literarischen Texten Dokumente und Texte aus den anderen wissenschaftlichen, technischen und technologischen, wirtschaftlichen, medizinischen u.a. Bereichen von einer in eine andere Sprache übersetzt. Texte aus diesen genannten Bereichen sind sachliche Fachtexte. Die meisten wissenschaftlichen Terminologien und medizinische Anweisungen sind international akzeptierte Begriffe, die meistens auf Englisch geschrieben sind.
Übersetzungen der Texte in weltweite Sprachen ist ein Zeichen der gegenseitigen Abhängigkeit der Menschen voneinander. Dem Übersetzungsbedürfnis steht seit geraumer Zeit das Internet zur Verfügung. Heute ist die Welt durch die Internetverwendung so sehr zusammengeknüpft, daß man im Nu die geographischen und die linguistischen Grenzen überwinden kann. Obwohl man mittels Internet die meisten Probleme überwunden hat, sind leider die Übersetzungen geleistet mittels Internet nicht immer sehr zuverlässig. Einer der Gründe dafür ist, daß das Internet sich keine Übersetzungsstrategien zur Verfügung stellt, wie nämlich ein Übersetzer mittels Übersetzungsstrategien seine übersetzungsbezogenen Probleme lösen kann. Das Internet hat seine Vor-und Nachteile. Wenn man bei seiner Übersetzungstätigkeit auf das Problem gestoßen ist, wie man den vorhandenen Text in den Zielsprachentext verwandeln kann, weil für die Gedanken aus der Ausgangssprache keine genügenden und keine passenden Ausdrücke in der Zielsprache vorhanden sind, wie nämlich eine Satzstruktur aus der Ausgangssprache in die Zielsprache versetzt werden soll,wie man einen Gedanken in der Zielsprache ausdrücken kann, läßt sich durch die Verwendung von den zutreffenden Äquivalenten in der Zielsprache lösen. Der Übersetzer sucht nach parallelen Ausdrücken und Situationen, die dem Original ähnlich sein können. Der Übersetzer eines literarischen bzw. eines dramatischen Textes darf das Originale nicht verändern, obwohl es in jeder Sprache Variante, gewisse Gedanken auszudrücken gibt. Er muß gewissenhaft darauf aufpassen, daß bei der Rekontextualisierung des Ganzen nichts verändert wird. Er ist sich als fähiger Übersetzer dessen wohl bewußt, daß er keine Nebenhandlungen nach dem Originellen verfassen darf. Das, was der Schriftsteller des Originellen zu schildern beabsichtigt, darf nicht verändert werden, obwohl der Zielsprachenempfänger sich fühlen muß, daß das, was er zum Lesen bekommen hat, seinem Geschmack und seinem Gefüge näher liegt.
Eine Marathiübertragung der Dürrenmattschen Tragikomödie Der Besuch der alten Dame von Madhukar Toradmal ist ein sehr gutes Beispiel diesartiger Übertragung des Dürrenmattschen Dramas, das nichts an das Originelle verändert, aber trotzdem dem Leser bzw. dem Zuschauer doch befriedigt, daß das die Geschichte doch seinem Geschmack und seinem Gefüge entspricht. Nachdem die alte Dame ihren Jugendfreund nach fünfundvierzig Jahren hat töten lassen, verlangt die alte Dame bei Toradmal seine Asche in einer Urne, während die alte Dame bei Dürrenmatt die Leiche des Ills in einem Sarg verlangt. Toradmal hat am Grotesken, der Thematisierung bei Dürrenmatt nichts verändert, obwohl sein Stück doch dem Originnelen näherliegend schließlich dem Leser den Eindruck gibt, daß Toradmal eine Handlung aus dem Marathi hergeholt hat. An dieser Stelle wird hier diese Zeilen einer Webseite cultureconnectio.com entnommen: „Der Übersetzer sollte es überhaupt wie der Zeuge, der vor Gericht gestellt wurde, gezwungen werden, seine Hand zu heben und zu schwören, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen.“
दाल मेकुछ काला है bedeutet: etwas stimmt irgendwo nicht, oder es besteht Zweifel an etwas. Es gibt in jeder Sprache Variante, gewisse Gedanken auszudrücken. Wenn man spürt, daß etwas nicht in Ordnung ist, oder es Zweifel an etwas besteht. Um diesen Spruch aus dem Hindi ins Deutsche zu übersetzen, muß man eine Äquivalenz suchen. In Indien werden Linsen zum Chapati und Reis gegessen. Normalerweise sind Linsen gelb. Wenn aber Linsen verdorben sind, sehen sie schwarz aus. Wenn mit den normalen gelben Linsen verdorbene schwarze Lisen gemischt sind, dürfen diese schwarzgewordenen Linsen nicht gegessen warden.
Denselben Gedanken, daß etwas Unfung passiert ist, oder es Zweifel an etwas besteht, drückt man im Deutschen durch die Verwendung des Spruchs Es gibt ein Haar in der Suppe. Während in Indien Linsen als Zusatzspeise beim Essen verwendet werden, wird in der deutschsprachigen Welt eine Schale Suppe vor der Vorspeise serviert. Wenn aber in der Suppe ein Haar liegt, wird die Suppe zweifelhaft vom Tisch abgeschafft, und sie wird nicht mehr gelöffelt.
Auf die Zweifelhaftigkeit einer Lage wird in den beiden Kulturgefügen durch die Verwendung der Sprüche, die aus den Eßkulturen der entsprechenden Länder entstanden sind, hingewisen.
Es gibt in jeder Sprache Variante, gewisse Gedanken auszudrücken. Die Kommunikation wird an einer verfälschten Wort- und Ausdruckswahl stets verhindert. Das, was man hat nicht sagen wollen, wird stets durch die verfälschte Wort- und Ausdruckswahl ausgedrückt. Dies geschieht häufig durch die verfälschte Übersetzung bzw. Übertragung des Gedankens.
Ein winziger Unterschied bei der Aussprache bzw. Schreibweise der Synonyme जलील und ज़लील in der Urdusprache verursacht ernsthafte Mißverständnsse. Während जलील einen anständigen Menschen bezeichnet, bezeichnet ज़लील negative Eigenschaften eines unanständigen Menschen. Wenn man einen Menschen für seinen Anstand loben möchte, aber verfehlt ज़लील sagt, wird das als ein Schimpfwort statt eines Lobes verstanden. Diese unabsichtlich verursachte Fehlkommunikation kommt wegen der verfälschten sprachlichen Übersetzung des Gedankens und wegen der verfälschten Gedankenübertragung vor. Übersetzung ist auch ein Vorgang des Versetzens der Gedanken in Wort. Als fähiger Übersetzer verwendet man Äquivalente in der Zielsprache, wenn kein zutreffendes Wort oder kein zutreffender Ausdruck für einen gegebenen Gegenstand in der Zielsprache vorhanden ist.
Der fähige Übersetzer trifft eine geeignete Entscheidung und wählt einen passenden Ausdruck entsprechend dem Kulturmilleau aus. Auswahl diesartiger Äquivalente bei der Übersetzung eines literarischen bzw. eines dramatischen Textes in eine andere Zielsprache ist die Transfer des Sprachgefüges des Kulturmilleuas von dem Ausgangssprach- und kulturmilleau.
Als Beispiel dieser Transfer von dem Ausgangssprach- und kulturmilleau betrachten wir die Übertragung des berühmten Brechtschen Stücks der kaukasische Kreidekreis ins Marathi von einem Stückeschreiber Khanolkar. Es ist hier nicht erforderlich, die ganze Lektüre dieser Marathiübertragung mitzubeziehen. Es geht in diesem Stück darum, wie ein armes und selbstloses Dienstmädchen dem kleinen Sohn eines verstorbenen, selbstsüchtigen Governeurs sein Leben rettet, obwohl sie dadurch ihr eigenes Leben gefährdet.
Wenn das arme Dienstmädchen zu ihrem Bruder auf der Suche nach einem Obdach für das Kind kommt, nachdem sie eine Menge Schwierigkeiten auf sich geladen hat, ist ihr Bruder überrascht, ängstlich, ärgerlich und erschrocken. Es ärgert ihn, daß seine Schwester ein Kind mit sich trägt, obwohl sie nicht verheiratet war, als sie vor dem Ausbruch des Krieges in die Stadt gezogen war. Er ist bange, daß die Leute in dem Viertel ihm allerlei Vorwürfe machen würden, wenn sie seine ledige junge Schwester mit einem Kind sehen würden, wenn sie auf den Hof gehen würde. Khanolkar hat die Szene dadurch marathisiert, daß der Bruder seine Schwester nach ihrer Mangalsutra fragt. Eine verheiratete Dame trägt eine goldene Kette genannt eine Mangalsutra um ihren Hals. Durch diese Frage des Bruders ist hier eine Anspielung auf die kulturelle Transfer der Szene. Er nimmt aber wahr, daß seine Schwester, ohne eine Mangalsutra zu tragen, ein Kind bei sich hat, auf dessen Mutterschaft sie einen Anspruch hat. Der Bruder will gesichert haben, daß seine Schwester doch treu zu ihrem Ehemann, eine Jungfrau geblieben ist. Tatsächlich ist sie aber nicht verheiratet. Sie trägt den Sohn der selbstsüchtigen Governeurfamilie. Sie erzählt aber, daß das Kind ihr eigenes Kind sei, das sie auf die Welt gesetzt, und deren Mann im Krieg gegangen sei.
Im multikulturellen und multilingualen Land Indien sind die meisten Sitten und die Traditionen fast dieselben, obwohl die Verhaltensweisen und ihre Eßgewohnheiten der Menschen von Region zu Region unterschiedlich sind. Es läßt sich feststellen, daß einige dieser Eßgewohnheiten große Probleme bei der Übersetzung bzw. Übertragung der Werke schaffen. Als ein Beispiel wäre eine typische Speise थालीपीठ aus der Marathiküche zu nennen. Diese Speise wird mit gewissen Zutaten nur in der Marathiküche zubereitet.
Man kann den Satz थालीपीठ छान झालेआहे weder in eine europäische noch in eine indische Sprache übersetzen. Mittels keines Übersetzungstheoretischen Ansatzes läßt sich die Speise mit einer Speise wie Pizza u.a. ausgleichen. Keine andere Speise kann als Äquivalenz für die Speise थालीपीठ genannt werden. Der fähige Übersetzer muß also bei der Textauswahl darauf aufpassen, daß nicht alle Texte übersetzbar sind. Abgesehen von allen Weisheiten und theoretischen Ansätzen muß man voraussichtlich Rücksicht darauf nehmen, ob ein Text übersetzbar ist.

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